Erwartungen des Wittener Bündnisses für Frauenrechte an den neuen Stadtrat
Anlässlich der Kommunalwahl richtet das Wittener Bündnis für Frauenrechte klare Forderungen an die antretenden Parteien und den künftigen Stadtrat. Im Zentrum stehen konkrete Maßnahmen für mehr Gleichstellung, politische Teilhabe und Sicherheit – denn Gleichstellung ist kein Randthema, sondern Voraussetzung für eine gerechtere und vielfältigere Stadt. Das Bündnis kündigt an, die politische Arbeit vor Ort weiterhin kritisch und engagiert zu begleiten.
Mehr Frauen in politische Gremien: Frauen – besonders jene mit internationaler Familiengeschichte, Behinderung oder queerer Identität – sind im Stadtrat und in Ausschüssen unterrepräsentiert. Das Bündnis fordert daher Parität auf Wahllisten, gezielte Fördermaßnahmen, Mentoring-Programme sowie familienfreundliche Rahmenbedingungen, um mehr Frauen für politische Arbeit zu gewinnen und die Vielfalt im Rat abzubilden.
50 % Frauenanteil in Führungspositionen der Stadtverwaltung: Der Frauenanteil in der Führungsebene der Verwaltung liegt deutlich unter 50 %. Eine verbindliche Quote soll das ändern. Notwendig sind außerdem transparente Auswahlverfahren, gezielte Förderung weiblicher Nachwuchskräfte, familiengerechte Arbeitszeitmodelle (auch in Führungspositionen) sowie regelmäßige Berichte über den Stand der Gleichstellung.
Bedarfsgerechter Ausbau der Kinderbetreuung: Der Mangel an Kitaplätzen bleibt ein drängendes Problem in Witten. Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sichern – insbesondere für Frauen – fordert das Bündnis einen Ausbau der Betreuungsangebote, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Eltern in Bezug auf Anzahl, Flexibilität und Erreichbarkeit orientieren.
Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt: Bestehende Einrichtungen wie das Frauenhaus und die Frauenberatungsstelle sind zentrale Anlaufstellen für von Gewalt betroffene Frauen. Insbesondere die Beratungsstelle in Witten muss erhalten bleiben. Die Angebote müssen langfristig finanziert, ausgebaut und gestärkt werden.
Mehr Sicherheit im öffentlichen Raum: Viele Frauen fühlen sich in bestimmten Bereichen der Stadt – etwa in dunklen Parks oder Unterführungen – unsicher. Das Bündnis fordert Maßnahmen zur besseren Beleuchtung, Beschilderung und Sichtbarkeit sowie eine umfassende Analyse dieser sogenannten Angsträume unter Einbeziehung betroffener Personen.
Kostenlose Menstruationsprodukte: Der Zugang zu Hygieneartikeln soll in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Rathaus, Bibliotheken und Freizeiteinrichtungen kostenlos möglich sein. Damit soll Periodenarmut verhindert und ein Zeichen für Würde, Teilhabe und gegen Diskriminierung gesetzt werden.
Fazit: Die Forderungen des Bündnisses sind keine Wunschliste, sondern notwendige Schritte auf dem Weg zu mehr Gleichstellung, Gerechtigkeit und Sicherheit in Witten. Der neue Stadtrat hat die Chance und Verantwortung, durch mutige Entscheidungen eine zukunftsfähige, inklusive Stadtgesellschaft zu gestalten